Schnarchen

Schnarchen ist ein natürliches Phänomen, das häufig durch verengte obere Atemwege entsteht.

Beim Ausatmen kann die Luft nur schwer durch Rachen und/oder Nase strömen. Dadurch entstehen Vibrationen, die das Schnarchen verursachen. 

Die meisten Menschen schnarchen gelegentlich, während andere jede Nacht schnarchen, was oft zu sozialen Problemen führt. In manchen Fällen kann Schnarchen auch mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Heutzutage gibt es verschiedene Hilfsmittel, die Menschen mit starkem Schnarchen sowie deren Umfeld zu einem ruhigeren und erholsameren Schlaf verhelfen können.  

Was ist Schnarchen?

Während des Schlafs entspannen sich die meisten Muskeln im Körper vollständig, auch die Muskeln im Hals- und Gesichtsbereich. Dadurch können sich die oberen Atemwege, insbesondere im Rachen und in der Nase, verengen, sodass die Luft schwerer hindurchströmen kann. Dies führt zu Vibrationen im weichen Gewebe des Rachens und des Gaumens. Diese Vibrationen erzeugen das charakteristische Geräusch, das wir als Schnarchen kennen.

Warum schnarchen manche Menschen mehr als andere? 

Schnarchen ist ein natürlicher Bestandteil des Schlafs. Etwa die Hälfte aller Erwachsenen schnarcht gelegentlich, und rund ein Viertel schnarcht regelmäßig, oft jede Nacht. Warum manche Menschen stärker schnarchen als andere, kann viele unterschiedliche Ursachen haben. 

Zum Teil hängt es von genetischen Faktoren ab, beispielsweise davon, wie Gaumen, Rachen und Nase anatomisch aufgebaut sind. 

Schnarchen kann auch durch Lebensstilfaktoren wie Übergewicht oder vorübergehende Beschwerden, z. B. eine Erkältung, verursacht werden. 

Dass der Nachtschlaf durch das Schnarchen des Partners gestört wird, wird häufig als „Frauenproblem“ beschrieben. Studien zeigen, dass fast doppelt so viele Männer wie Frauen regelmäßig schnarchen. Dies liegt hauptsächlich an anatomischen Unterschieden im Rachenbereich. 

Auch das Alter spielt eine Rolle: Ältere Menschen schnarchen häufiger, da die Muskulatur im Gaumen- und Halsbereich mit der Zeit schwächer wird. 

Viele Lebensstilfaktoren beeinflussen das Schnarchen. Bei Übergewicht ist die Wahrscheinlichkeit höher, da sich vermehrt Fettgewebe im Hals- und Rachenbereich ansammelt, was die Atemwege verengt. 

Es besteht außerdem ein Zusammenhang zwischen Rauchen und Schnarchen, da Rauchen die Schleimhäute reizt, die anschwellen und die Atemwege zusätzlich verengen. Auch Allergien oder Kälte können die Nasenwege verengen. Viele Menschen, die sonst nicht schnarchen, tun dies vorübergehend, wenn die Nase verstopft ist. 

Auch die Schlafposition spielt eine Rolle. Je entspannter der Körper ist, desto eher tritt Schnarchen auf. Besonders in der sogenannten REM-Schlafphase, in der der Schlaf am tiefsten ist, schnarchen viele Menschen stärker. 

Alkohol, bestimmte beruhigende oder schmerzlindernde Medikamente sowie extreme Müdigkeit führen ebenfalls dazu, dass man tiefer schläft und dadurch stärker schnarcht. Auch das Schlafen auf dem Rücken mit geöffnetem Mund erhöht das Risiko für Schnarchen. 

Was kann man gegen Schnarchen tun?

Lebensstiländerungen wie Gewichtsreduktion, Rauchstopp und ein geringerer Alkoholkonsum können dazu beitragen, Schnarchen zu reduzieren. Allerdings helfen diese Maßnahmen nicht immer, da auch viele normalgewichtige Nichtraucher schnarchen. 

Eine Veränderung der Schlafposition kann ebenfalls hilfreich sein. Wer überwiegend auf dem Rücken schläft, hat ein erhöhtes Risiko zu schnarchen. Mit etwas Übung kann man lernen, auf der Seite oder auf dem Bauch zu schlafen. Auch eine leicht erhöhte Kopfposition kann helfen, z. B. durch ein zusätzliches Kissen. 

Darüber hinaus gibt es verschiedene Hilfsmittel zur Reduzierung von Schnarchen. Dazu zählen beispielsweise Schnarchschienen (Unterkieferprotrusionsschienen), die den Unterkiefer leicht nach vorne verlagern und so die Atemwege öffnen. Gleichzeitig reduzieren sie die Vibrationen im Gaumen, die für das störende Geräusch verantwortlich sind. 

Ein weiteres Hilfsmittel sind Nasensprays oder Nasenstrips, die auf die Nase aufgeklebt werden und die Atemwege erweitern. Ähnlich funktionieren sogenannte Nasenklammern, die in die Nasenlöcher eingesetzt werden, um diese offen zu halten und den Luftstrom zu verbessern. Diese können gereinigt und wiederverwendet werden, während Nasenstrips Einwegprodukte sind. 

Wer nachts durch den Mund atmet, hat ein höheres Risiko zu schnarchen. Einige Hilfsmittel helfen dabei, den Mund geschlossen zu halten und den Kiefer in einer günstigen Position zu stabilisieren. Bei häufig verstopfter Nase kann ein salzhaltiges Nasenspray vor dem Schlafengehen helfen, die Atemwege zu öffnen. Dieses kann bei Erkältung oder Allergie eingesetzt werden, sollte jedoch nicht dauerhaft verwendet werden. 

Risiken beim Schnarchen

In den meisten Fällen ist Schnarchen harmlos, wenn auch störend für die Umgebung. Es kann jedoch mit Atemaussetzern während des Schlafs (Schlafapnoe) verbunden sein. Diese entstehen durch eine starke Verengung der Atemwege oder dadurch, dass die Zunge nach hinten in den Rachen fällt. Diese Form wird als obstruktive Schlafapnoe (OSA) bezeichnet und erhöht das Risiko für weitere Erkrankungen, beispielsweise Bluthochdruck. 

Wenn Sie häufig schnarchen, unruhig schlafen und sich tagsüber trotz ausreichender Schlafdauer müde und erschöpft fühlen, sollten Sie aufmerksam werden. Atemaussetzer bemerkt man selbst oft nicht, daher kann es hilfreich sein, eine andere Person um Beobachtung zu bitten. Besonders bei bestehenden Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herzproblemen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei Verdacht auf obstruktive Schlafapnoe sollte ein Arzt konsultiert werden. Dort kann eine Untersuchung erfolgen, bei der der Luftstrom in Nase und Rachen während der Nacht gemessen wird. Die Auswertung zeigt, ob Atemaussetzer oder verminderte Atmung vorliegen. Diese Untersuchung wird in der Regel zu Hause mit entsprechender Anleitung durchgeführt. 

Wird eine OSA diagnostiziert oder bestehen erhebliche Schlafprobleme trotz anderer Maßnahmen, kann eine sogenannte CPAP-Therapie helfen. Dabei wird über eine Maske ein leichter Luftstrom zugeführt, der die Atemwege offen hält und die Sauerstoffversorgung verbessert. In seltenen Fällen kann auch ein operativer Eingriff notwendig sein, wenn die Atemwege stark verengt sind.

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